Clubs sind Räume, in denen Menschen zusammenkommen, sich ausprobieren und etwas Neues entstehen lassen. Sie sind demokratische Orte. Orte der unwahrscheinlichen Begegnung. Orte, an denen Körper Raum einnehmen, der ihnen sonst verwehrt wird. An denen sich Körper begegnen, Communities wachsen, Konflikte ausgehandelt, Freiräume erkämpft und Zukünfte neu gedacht werden. Sie sind Bühnen für die erste Idee, die erste Nacht, den ersten Auftritt. Genau diese Räume machen Berlin zu dem, was es ist. Berlin ist Clubkultur.
Damit das so bleibt, braucht es alle: die Clubkultur machen, die feiern und hinter den Kulissen dafür sorgen, dass die Türen offen bleiben. Support Your Local Club ist eine Einladung, Teil davon zu sein.
Keep Berlin’s spark alive. Clubkultur im Wandel.
Diese Karte erzählt die Geschichte einer Stadt, die ihren eigenen Rhythmus gefunden hat. Sie zeigt Orte, an denen Freiheit ein Lebensgefühl war, an denen Generationen geprägt wurden und Berlin zu dem wurde, was es heute ausmacht. Manche dieser Orte gibt es nicht mehr, doch ihre Geschichten leben weiter und erinnern uns daran, wie viel diese Kultur wert ist.
Steigende Mieten und Verdrängung setzen den Clubs heute stärker zu, gleichzeitig entstehen neue Orte, vom Tegel bis zur AVUS-Tribüne. Genau darin liegt die Stärke dieser Stadt: Sie hört nie auf, sich neu zu erfinden.
Clubkultur ist kein Selbstläufer. Sie lebt von Menschen, die für sie einstehen, sie feiern und sie schützen. Damit dieser Wandel gelingt, braucht es die nächste Generation, die neue Räume erobert und die Kultur weiterträgt. Halten wir die Flamme gemeinsam am Leben.
25 Jahre Clubcommission. 25 Jahre Einsatz für die Berliner Clubkultur.
Was 2001 als Zusammenschluss gegen Verdrängung begann, ist heute die größte Interessenvertretung der Clubkultur weltweit. Wir setzen uns weiter für Freiräume, Vielfalt und kulturelle Orte in dieser Stadt ein.
Gegründet aus der Not
Berlin nach der Wende: Techno besetzt die Mauerbrachen, Clubs schießen aus dem Boden, eine Szene findet sich getragen von Aufbruch und Experimentierfreude. Doch Anfang der 2000er wächst der Druck: wöchentliche Polizeirazzien, erste Verdrängungen, eine Stadtpolitik, die Clubkultur kaum ernst nimmt. Am 8. Mai 2001 gründet eine Gruppe von clubkulturellen Akteur*innen die Clubcommission, die erste Organisation ihrer Art weltweit. Kein Budget, kein Büro, nur die Überzeugung, dass Clubkultur eine Stimme braucht.
Stimme finden, Strukturen schaffen
Berlin wird zur weltweiten Hauptstadt der Clubkultur. Der Hype ist real, die Probleme auch. Gentrifizierung frisst sich durch die Kieze, Mediaspree bedroht die Clubs an der Spree. Die Clubcommission lernt die Sprache der Politik und gründet den Bundesverband der Club- und Festivalkultur, die LiveKomm, mit. 2011 entsteht das Musicboard Berlin, heute zentrale Förderinstitution der Musikszene. 2012 bedroht die GEMA-Tarifreform hunderte Clubs, die Clubcommission mobilisiert, 2013 kommt die Einigung. Die Clubcommission beweist: Sie kann etwas bewegen.
Strukturen bauen, Stadtpolitik gestalten
Die Clubcommission wächst mit der Stadt. 2015 entsteht das Clubkataster, ein Frühwarnsystem für bedrohte Clubs, heute Vorbild für das Berliner Kulturkataster. Und ein Thema kommt auf die Agenda, das die CC bis heute prägt: Awareness. Erste Schulungen zu Türpolitik, Diskriminierung und Schutzräumen entstehen. 2019 ein Höhepunkt: Die erste Clubstudie belegt 1,5 Milliarden Euro Umsatz durch Clubtourismus.
Pandemie, Solidarität, Anerkennung
Am 13. März 2020 schließen die Clubs. Innerhalb von Stunden entsteht United We Stream, 40 Millionen Menschen schauen zu. Die Clubcommission erkämpft Soforthilfen, ermöglicht sichere Open Airs und gründet die Awareness Akademie als feste Struktur. Aus der Krise geht der erste TAG DER CLUBKULTUR hervor, 500.000 Euro Fördermittel vom Land Berlin, bis heute sind über 2 Millionen Euro in die Szene geflossen. Und etwas Historisches passiert: 2021 erkennt das Berliner Abgeordnetenhaus Clubkultur als Teil der Stadt an, 2022 folgt der Bundestag. Was lange undenkbar schien, wird politischer Konsens.
To be continued
Die Clubs haben die Pandemie überstanden, gerettet sind sie nicht: A100, Clubsterben, steigende Mieten. 2023 wird das Parlamentarische Forum für Clubkultur im Abgeordnetenhaus gegründet. Die Clubcommission hat einen festen Platz in der Politik. Heute zählt sie über 250 Mitglieder, ist internationales Vorbild. Clubkultur trägt jährlich 4,5 Milliarden Euro zur Berliner Wirtschaft bei. 2026 wird die Clubcommission 25, ein Jubiläum, das feiert, erinnert und nach vorne schaut.
Keep the night alight!
Clubkultur lebt von dem, was als nächstes kommt. Von jungen Künstler*innen, neuen Kollektiven und Ideen, die noch keine Bühne haben. Sie sind die Zukunft der Berliner Clubszene und sie brauchen Räume, um zu wachsen.
Deshalb schließen sich die Clubcommission und BIC zusammen, um genau diese aufstrebende Clubkultur zu fördern: mit einem Fonds für die nächste Generation, der gemeinsam mit dem Torhaus Berlin e.V. 4 Termine für Veranstaltungen zur Zwischennutzung in der ehemaligen Feuerwache am Flughafen Tempelhof vergibt. Eine Jury wählt die überzeugendsten Konzepte aus und gibt neuen Talenten die Chance, ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Gewinnerprojekte erhalten eine eigene eine Bühne, eine Party, ein Statement. Nächte, die zeigen, wohin sich Berlins Clubkultur als nächstes bewegt.
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